Befehlbunker Dortmund Innenstadt Führung am 22.02.2018

Äusserlich unauffällige Garagenanlage, innen komplexes Krisenzentrum Dortmunder Zeitzeugnis dokumentiert Bunker Geschichte zwischen 1943 und 1992 Mitten in der Dortmunder Innenstadt zwischen einem Wohngebiet und einer Hauptverkehrsader liegt die 1943 gebaute Bunkeranlage. Von Aussen betrachtet, scheint es eine von zahllosen, gewöhnlichen Garagenanlagen.



Als Bunker im Zweiten Weltkrieg errichtet, wurde die Anlage 1976/77 heimlich auf eine neue Aufgabe vorbereitet und komplett revitalisiert, technisch aufgerüstet und neu eingerichtet. Ab 1977 nutzte der Krisenstab der Stadtverwaltung Dortmund den Bunker und übte aus den weit verzweigten Räumlichkeiten Verfahren, wie sie für Krisenfalle im Kalten Krieg erwartet wurden. Nach der letzten Übung 1992 blieb die Anlage unverändert in den Jahren des Kalten Krieges und dokumentiert heute in beeindruckender Weise Zeitgeschichte des Ost-West-KonfIiktes und Vorbereitungen einer Grosstadt wie Dortmund auf den Dritten Weltkrieg.


Ein besonderes Erlebnis ist der Weg durch dieses geheime Kapitel Dortmunder Stadtgeschichte aus vielerlei Gründen: die Anlage scheint technisch einsatzbereit und manche Details vermitteln den Eindruck, der letzte Übungsteilnehmer habe gerade seine Aktentasche gepackt und ist vor 10 Minuten abgereist. Selbst die Aschenbecher stehen ungeleert da, wo sie schon 1977 platziert wurden. Führungen durch die Anlage erklären nicht nur die Räume und ihre Aufgabe als Unterkunft, Büro, Küche oder Versorgungsbereich. Gerade die Nachrichten- und Darstellungstechnik gibt, verständlich erklärt, tiefe Einblicke in ein komplexes Krisenmanagement für die Grosstadt Dortmund.


Das schliesst Evakuierungsmöglichkeiten in Schutzräumen für die Zivilbevölkerung ein wie auch Kommunikationsketten, die ausgelöst werden und über Technik und Beschriftung noch immer erzählen; wie der Alarmfall regional, in den einzelnen Bundesländern bis hin zum Regierungsbunker in Bad Neuenahr-Ahrweiler aufgebaut war. Die Organisation im Grossen wie auch im Kleinen sah für die Dortmunder Befehlsstelle sogar einen medizinischen Behandlungsbereich mit — aus heutiger Sicht — historischem OP-Tisch vor oder auch Massenunterkünfte in Schlafsälen mit Klappbetten:


Mit freundlicher Unterstützung von:

Stadt Dortmund Jugendamt

Komba Gewerkschaft Kinder- und Jugendförderung Ortsverband Dortmund

Jugend- und Freizeitzentrum Aplerbeck

Stadt Dortmund Bezirksvertretung Aplerbeck

Jugendamt Kinder- und Jugendförderung

Jugend- und Freizeitzentrum Aplerbeck