Schindler-Biografin zu Gast im GadSA
Text: Quelle Neues Wir in Aplerbeck / Bilder: div

Im November war die Schrift­stellerin, Dolmetscherin, Übersetzerin, Journalistin und Biografin von Oskar und Emilie Schindler, Prof. Erika Rosenberg, im Gymnasium an der Schweizer Allee (GadSA) zu Gast zum „Tag der Zivilcourage". Unermüdlich reist Rosenberg um die Welt, um sich für Toleranz, Zivilcourage und Erinnerungsarbeit einzusetzen. In Dortmund hat sie mehrere Schu­len besucht. Die Veranstaltung mit Erika Rosenberg wurde vom Jugen­dring Dortmund in Kooperation mit der Emscherschule Aplerbeck(ESA), der Albrecht-Dürer-Realschule (ADR), dem GadSA sowie dem Jugend- und Freizeitzentrum Aplerbeck (JFZ) ausgerichtet. Rosenberg hielt ein Impulsreferat über das Leben und Wirken von Emilie und Oskar Schindler. Das Ehepaar hatte im 2. Weltkrieg 1200 Juden während des Holocausts vor dem Tod gerettet.­­





Danach gingen die Schüler in 11 Workshops, deren Themen Erika Rosenberg mit den Lehrern der Schulen festgelegt hatte. Die Schüler setzten sich in den Work­ shops mit dem Holocaust, Judenfeindlichkeit /Antisemitismus, dem Ehepaar Schindler und der Organisation der Rettung der Juden, dem Film „Schindlers Liste" und der Rolle, die Steven Spielberg dabei spielte, der Filmgeschichte im Allgemeinen, rechten Symbolen und Parolen sowie den Reaktionen nach dem Krieg auf die Rettungsaktion der Schindlers auseinander. Reichlich Stoff, der bearbeitet werden musste.„Die Schüler waren hochkonzentriert und haben sehr gut mitgearbeitet", lobte Erika Rosenberg das Engagement der beteiligten Klassen.



In einer offiziellen Veranstaltung im Bürgersaal des Dortmunder Rathauses, am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozia­lismus am 27. Januar, sollen die Workshopergebnisse der Schüler dort präsentiert werden. Beim Thema Filmgeschichte über den Film „Schindlers Liste", der den meisten sicher bekannt ist, geht es um den langen Weg, bis es zur Verfilmung kam: 1951 schrieb Schindler an den österreichischen Filmregisseur Fritz Lang, der in den USA lebte. In seinem Brief schildert er die Rettungs­aktion und fragt nach der Möglichkeit daraus eine Verfilmung zu machen , denn er wollte dem Leiden der Menschen ein Denkmal setzen. Der Regisseur fand die Sto­ry beeindruckend. Aber welcher Amerikaner würde zu der Zeit eine Geschichte über einen guten Deutschen drehen wollen? Der erste Versuch scheiterte.

1963 bekundete MGM Interesse an der Verfilmung. Oskar schrieb ein Drehbuch . Der Text wurde ins Englische übersetzt und umgeschrieben für einen Film. Danach folgte ein Vertrag: 5 o/o des Erlöses für Emilie und Oskar. 1965 Auswahl der Schauspieler: Romy Schneider als Emilie und Richard Burton als Oskar. Titel: „To the last Hour" (Bis zur letzten Stunde). 1967 wurde das Projekt auf Eis gelegt. Oskar bat um die Rückgabe des Drehbuches, aber er erhielt es nie zurück. Das Drehbuch galt danach als verschollen. 1993 erhielt Emilie eine Einladung von Spielberg nach Jerusalem für die letzten Dreharbeiten der Verfilmung. Aber er lädt sie ein als „eine gerettete Jüdin zusammen mit ihrem Ehegatten" (Emilie war keine Jüdin und Oskar bereits tot). Emilie begab sich nach Israel , wo sie von der Produktion völlig ignoriert wurde. Ein Überlebender hat sie erkannt und informierte andere Gäste über Emilies Anwesenheit: viele kamen auf sie zu, begrüßten sie.


Nach 20 Minuten tauchte Spielberg auf, der von Weitem nur zugeschaut hatte; nach kurzem Lächeln ging er wieder, ohne ein einziges Wort mit ihr zu sprechen. Kurz vor der Abreise erhielt Emilie einen Brief von Spielberg: „Für mein Team, alle haben ihr Leben und ihre Seelen geopfert, damit Schindlers Liste die Wahrheit sagt. Immer in Eurer Schuld. Steven". In Argentinien bat Emilie den dt. Konsul Koepke, ihr mit Anwälten zu helfen, um eine Anklage gegen Spielberg wegen Zahlung von Tantiemen zu erheben.Es wurde ein Prozess gegen Universal und Spielberg geführt. Die Rückmeldung von Universal ist eine Bilanz, auf der 13 Millionen USD Verlust zu verzeichnen sind. In dem Brief von Spielberg steht, dass Emilie kein Anrecht auf Tantiemen hätte, weil sie die geschiedene Frau von Oskar war. Der Film spielte weltweit ca.321 Millionen Dollar ein. Spielberg erhielt 1998 das Große Verdienst­kreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und damit eine um zwei Stufen höhere Auszeichnung als Oskar Schindler selbst!